Optimale Tarifauswahl dank der Funktion der Tarifordnung für Energiekosten

Die Situation auf dem Strompreismarkt ändert sich aufgrund geopolitischer Maßnahmen und des „grünen Wandels“ sehr dynamisch. Die mit der Erzeugung, der Verteilung und dem Verkauf von Strom zusammenhängenden Kosten werden auf die Endverbraucher in Form höherer Rechnungen für den Stromverbrauch übertragen. Trotz der von vielen Regierungen eingeführten Maßnahmen zur Verringerung der Auswirkungen der Energiepreise, machen sich diese für Einzelverbraucher, Unternehmen, Kommunalverwaltungen und Bildungseinrichtungen bereits deutlich spürbar. Der den Stromempfängern drohende, weitere Preisanstieg mobilisiert und zwingt sie häufig dazu, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Eine solche Maßnahme besteht darin, die Art des Energieverbrauchs zu untersuchen und zu analysieren, und auf Grundlage der ermittelten Werte den optimalen, vom Stromhändler angebotenen Tarif zu wählen.

Situation auf dem Strommarkt

Ähnlich wie Wasser oder Gas ist Energie eine Ware, die daher bestimmten Regeln für den Verkauf und den Kauf von Strom unterliegt. Verkäufer kaufen Strom an Strombörsen wie EEX, EPEX SPOT oder NORD POOL in Form von Verträgen. Auf Grundlage der in letzten Jahren durchgeführten Analysen macht sich ein starker Preisanstieg bemerkbar. Hinzu kommt der sehr hohe Preis für Kohlenstoffemissionszertifikate (EUA). Im Juni 2017 lag der Preis für CO2-Zertifikate bei rund 5 EUR/Tonne und im Jahr 2020 bei rund 20 EUR/Tonne. Die Pandemie, Russlands Aggression gegen die Ukraine und die weltweite Energiekrise führten zu einem weiteren Anstieg. Diese Maßnahme führte dazu, dass die Jahresvertragspreise im Juli bei über 220 EUR/Tonne lagen. In Verbindung mit den Rohstoffpreisen in den Häfen der Transportunternehmen wie Kohle und Gas und dem ständig fortschreitenden Anstieg der Notierungen für CO2-Emissionen (derzeit etwa 85-90 EUR/Tonne) haben die Bürger in vielen Ländern (nicht nur in der EU) den Anstieg der Strompreise deutlich zu spüren bekommen.

Abb. 1. Preise an der EU-Energiebörse. Monatliche Durchschnittspreise auf dem Day-Ahead-Markt [EUR/MWh].

  
Faktoren, die einen Anstieg der Strompreise verursachen

Für den Anstieg der Strompreise gibt es viele Gründe, darunter können u.a. die folgenden genannt werden:

  • Anstieg der Rohstoffpreise von Kohle und Gas, die in vielen Ländern das wichtigste Stromerzeugungsmedium in Kraftwerken sind;
  • Einschränkungen bei der Gewinnung und Lieferung von Energierohstoffen und deren Rationierung aufgrund des bevorstehenden Anstiegs des Wärmeerzeugungsbedarfs;
  • Erhöhte Nachfrage im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau der Unternehmen nach COVID-19;
  • Die Kosten für den Erwerb von CO2-Emissionszertifikaten, die seit 2020 von rund 20 EUR/Tonne auf einen Wert von fast 85 EUR/Tonne gestiegen sind.

Abb. 2. Preise für Kraftstoffe, Energie und Emissionsrechte. Durchschnittliche monatliche Preise auf den Spotmärkten.

Stromtarife

Neben den selbstverständlichen Maßnahmen zur Senkung der Stromgebühren, wie der Reduzierung des Stromverbrauchs oder der Investition in eigene Energiequellen wie Photovoltaikanlagen, liegen ferner Möglichkeiten zur Optimierung des mit dem Stromversorger abgeschlossenen Stromtarifs vor. Als ein Tarif ist nichts anderes als ein Preisplan, der die Art des zeitlichen und mengenmäßigen Stromverbrauchs des Endverbrauchers berücksichtigt, zu verstehen. Die Tarife werden von den Stromhändlern angeboten und lassen sich üblicherweise in verschiedene Kategorien unterteilen:

  1. Art der Bestimmung:
  • Haushalte;
  • Kleinunternehmen und mittelgroße Unternehmen sowie landwirtschaftliche Betriebe, die aus dem Niederspannungsnetz versorgt werden, Bautarif;
  • Großunternehmen, die aus dem Mittelspannungsnetz versorgt werden;
  • Große Geschäftskunden wie Betriebe und Bergwerke, die aus dem Hochspannungsnetz versorgt werden;
  1. Vertragsmacht:
  • z.B. bis zu 40 kW;
  • über 40 kW;
  1. Anzahl der Zeitzonen:
  • Abrechnung für eine Zeitzone;
  • Abrechnung für zwei Zonen, z. B. Nacht – Tag;
  • Abrechnung für drei Zeitzonen, z. B. Morgenspitze, Nachmittagsspitze, andere Uhrzeiten;
  • Abrechnung für vier Zonen, selten verwendet bei Einteilung in vier Zeitzonen;
  1. Kennzeichnung der Zeitzonenabrechnungsmethode::
  • Spitzen- und Nebenverkehrszeiten, können auch mit den Jahreszeiten zusammenhängen;
  • Tag- und Nachtstunden;
  • Wochenendtarife;

Anmerkung: Je nach Land kann können weitere Tarifeinteilungen vorhanden sein. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt an Ihren Stromhändler.

Auf dem Energiemarkt für Unternehmen, die größere Mengen verbrauchen (je nach Vorschriften des jeweiligen Landes), gibt es ein dynamisches Tarifangebot. Indem der Verbraucher diesen Tarif wählt, ist er durch keinen vertraglich festgelegten Festpreis mit geregeltem Energieverbrauch gebunden. Der Preis richtet sich nach dem Preis, der für die jeweilige Stunde des Verbrauchs an der Strombörse festgelegt wurde z. B. EEX, NORD POOL, TenneT oder EXAA. Aufgrund der sich dynamisch verändernden Situation auf den Energiemärkten hängt die Wahl dieses Tarifs mit dem Risiko zusammen, dass unvorhersehbarer Preisspitzen vorkommen können.

Optimale Wahl des Tarifs

Da Möglichkeiten geboten werden, einen Abrechnungstarif aus dem Angebot unseres Stromhändlers zu wählen, sollte sowohl im Unternehmen als auch bei den Einzelkunden eine Analyse des Stromverbrauchsprofils durchgeführt werden, die eine Senkung der Kosten durch die Wahl einer optimalen Option ermöglicht. In Geräten der Firma Sonel S.A., unter anderem im Netzqualitätsanalysator Sonel PQM-707 oder dem Multifunktionsmessgerät Sonel MPI-540, ist eine speziell entwickelte Energietarif-Funktion verfügbar.

Abb. 3. Energietarif – Haupteinstellungen.

Auf Grundlage aufgezeichneter EP-Wirkenergiewerte kann ein Verbrauchsprofil erstellt werden. Unter anderem lässt sich beobachten, zu welchen Tageszeiten der höchste Verbrauch auftritt, ob das arbeitsplanbedingt (1-, 2- oder 3-Schicht) ist, ob sich der Energieverbrauch an Wochenendtagen verändert, ob sich die Situation wiederholt und jeder Monat oder jede Woche sich durch einen ähnlichen Verbrauchszyklus auszeichnet. Indem das Wirkenergieverbrauchsprofil bekannt ist, das bei entsprechender Blindleistungskompensation im Unternehmen die Hauptkomponente in den Rechnungen des Stromhändlers darstellen wird, können wir einen Vergleich mit dem Tarifangebot eines bestimmten Stromhändlers anstellen. Wenn wir das nun auf die Funktion des Zählers umlegen, sind wir, durch die Eingabe von Tarifen, Tagen und Gültigkeitsstunden eines bestimmten Stromhändlertarifs in den Tarifeinstellungen und unter Berücksichtigung der aufgezeichneten Wirkenergieverbrauchsdaten fähig zu bestimmen, bei welchem Tarif wir mit den niedrigsten Rechnungen zu rechnen haben sollten. Dank der benutzerfreundlichen und intuitiven Oberfläche können die Zeitintervalle der betreffenden Zonen schnell und einfach geändert werden.

Abb. 4. Energietarif – Einstellungen der Abrechnungszone.

Bei der Analyse des Wirkenergieverbrauchsprofils, aber auch bei der Untersuchung der Netzqualität, der Analyse der Netzparameter und der zunehmenden Anzahl anderer Komponenten, die für Strom abgerechnet werden, sollten professionelle Messgeräte wie z.B. Netzqualitätsanalysatoren eingesetzt werden.

Abb. 5. Bildschirm mit Ergebnissen der Energie-Tarifordnung.

Messungen solcher Parameter wie Gleich- und Wechselstrom und -spannung, Verluste durch schlechte Netzqualität sowie Messungen von Wirk-, Blind- und Scheinleistung ermöglichen es, Ausfälle zu vermeiden sowie den Arbeits- und Kostenaufwand im Zusammenhang mit Reparaturen und Tarifabrechnungen zu reduzieren. Spezielle Funktionen wie der Energiekostentarif unterstützen bei der Auswahl des optimalen Abrechnungstarifs, was sich direkt in Einsparungen und einer Verringerung der wahrgenommenen Strompreiserhöhungen niederschlägt.

Zusammenfassung

Als Stromverbraucher haben wir wenig Einfluss auf den Marktpreis. Wir sind verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um unsere Gebühren zu senken, damit keine schwerwiegenden finanziellen Folgen zustande kommen. Um solche Auswirkungen zu vermeiden, ist es in erster Linie wichtig, sich bewusst und sicher zu sein, alles getan zu haben, um die Stromkosten so weit wie möglich zu senken. Der Einsatz von Geräten, die Ihr Stromverbrauchsprofil untersuchen, ermöglicht es, den Stromverbrauchstarif auf nicht-invasive Weise auszuwerten und an das jeweilige Verbrauchsprofil anzupassen. Der in diesem Artikel behandelte Energiekostentarif ist eines der Instrumente, die zur Erreichung der angestrebten Ziele beitragen können.


Mehr Möglichkeiten zum Energiesparen

In der Zeit der steigende Medienpreise ist jede Ersparnis sehr gewünscht. Möchten Sie geeignete Maßnahmen ergreifen, um Ihre Energiekosten zu optimieren?  Beispiele für die Anwendung von Sonel-Produkten im Bereich der Verbesserung der Energieeffizienz finden Sie auf: Energieeffizienz – Energie sparen!