Präzise Erdschlussortung mit dem A-Rahmen von Sonel

Beschädigungen der Isolierung von Niederspannungs- (NS) und Mittelspannungskabeln (MS) in dicht bebautem Gebiet bergen das Risiko kostspieliger Fehlgrabungen. Die Antwort auf diese Herausforderung ist der A-Rahmen LKR-2500 von Sonel. Dank digitaler Anwenderunterstützung ermöglicht dieses Werkzeug eine präzise Festlegung der Fehlerstelle und revolutioniert die moderne Kabeldiagnostik.

Herausforderungen in der Kabeldiagnostik: Das Problem des "Potentialtrichters"

Wenn die Isolierung von NS-, MS- oder anderen Stromkabeln beschädigt wird, ist die präzise Bestimmung der Erdschlussstelle entscheidend. In der Praxis bedeutet dies die Lokalisierung des sogenannten "Potentialtrichters" – des Punktes, an dem Energie aus dem Leiter "entweicht" und sich im Boden verteilt.

In dicht verbautem Gelände führt selbst ein kleiner Lokalisierungsfehler zu teuren Aufgrabungen, Oberflächenschäden und dem Risiko, angrenzende Infrastruktur zu beschädigen. Daher darf sich eine professionelle Diagnostik nicht nur auf die Kabeltrassenführung beschränken.

A-Rahmen versus klassische Ortungsgeräte

Als Antwort auf diese Herausforderungen bietet Sonel den A-Rahmen LKR-2500 – ein Werkzeug, das speziell für die präzise Ortung von Mantel- und Isolationsfehlern entwickelt wurde. Im Gegensatz zu klassischen elektromagnetischen Ortungsgeräten nutzt das System die Methode der Potentialdifferenz im Boden, wodurch der Bediener dem tatsächlichen Fehlerstrom folgen kann.

Abb. 1: Einsatz des professionellen Ortungssets Sonel LKZ-2500 Pro mit A-Rahmen zur präzisen Trassenführung und Fehlersuche in der Kabelinfrastruktur

Funktionsprinzip des Sonel LKR-2500 Systems: Potentialdifferenz und Phasenverschiebung

Das Funktionsprinzip des Systems basiert auf der Einspeisung eines Messsignals vom Sender Sonel LKN-2500 in das zu prüfende Kabel. Je nach gewähltem Betriebsmodus werden Frequenzen von 263 Hz + 526 Hz oder 512 Hz + 1024 Hz verwendet. An der Fehlerstelle entsteht eine charakteristische Potentialverteilung (Potentialgradient im Boden), die vom A-Rahmen mit zwei Messelektroden erfasst wird.

Voraussetzung für korrekte Anzeigen ist das Führen des A-Rahmens entlang der Trasse des geprüften Kabels. Eine erhebliche Abweichung von der Kabelachse verändert die von den Elektroden gemessene Potentialverteilung, was zu einer Signalabschwächung und Fehlinterpretation der Richtungsanzeigen führen kann.

Das Gerät registriert nicht nur die Potentialdifferenz, sondern analysiert auch die Phasenverschiebung des Signals. Dies ermöglicht eine eindeutige Identifizierung des Ableitstroms und unterscheidet ihn von passiven Störungen oder Induktion. Auf dieser Grundlage zeigt das System präzise die Richtung zur Isolationsfehlerstelle an.

Abb. 1: Schema zur Darstellung des Anschlusses des Senders Sonel LKN-2500 sowie der Signalstärkeverteilung und der Polaritätsumkehr an der Kabelisolationsfehlerstelle

Sichere Aufgrabungen und hohe Genauigkeit im Fehlerbereich

Beim Annähern an die Fehlerstelle steigen die Messwerte an, und nach dem Überqueren kehrt sich die Anzeigerichtung sofort um. Dieser Richtungs- und Charakteristikwechsel des Signals ermöglicht eine eindeutige Bestimmung der Fehlerzone mit einer Genauigkeit, die dem Elektrodenabstand des Rahmens entspricht. In der Praxis bedeutet dies die Eingrenzung eines Bereichs von nur wenigen Dutzend Zentimetern Breite, was perfekt mit schmalen Tieflöffeln von Baggern übereinstimmt.

Diese Präzision erlaubt das sichere Abtragen der oberen Bodenschicht mit schwerem Gerät bis auf die Höhe des Trassenwarnbands. Weitere Arbeiten direkt am Kabel sollten manuell durchgeführt werden, um das Risiko einer versehentlichen Beschädigung der Isolierung durch die Baggerschaufel auszuschließen. Eine so vorbereitete Baugrube grenzt nicht nur die Schadstelle ein, sondern bietet dem Monteur auch den notwendigen Raum für die fachgerechte Montage einer Reparaturmuffe.

Abb. 1: Punktgenaue Ortung von Kabelmantelschäden und Erdschlüssen im Gelände unter Verwendung der Sonel Schrittspannungssonde (A-Rahmen)

Analyse der Potentialverteilung: Lokalisierung des Nulldurchgangs

Nähert sich der Bediener der Fehlerstelle, steigen die Messwerte dynamisch an und erreichen kurz vor dem Fehler ihr Maximum. Dieser Prozess spiegelt sich in einer charakteristischen Kurve wider, die umgangssprachlich als "Schnurrbart" bezeichnet wird und die Potentialverteilung im Boden darstellt. Genau am Fehlerpunkt (Peak) erfolgt der Nulldurchgang, und nach dem Passieren kehrt sich die Anzeigerichtung sofort um.

Es ist hervorzuheben, dass diese präzise Visualisierung das Ergebnis des Zusammenspiels des kompletten Sets Sonel LKZ-2500 Pro ist (Integration des LKR-Rahmens mit dem LKD-Empfänger). Dank dieser Fusion sieht der Anwender auf dem Tablet-Bildschirm nicht nur die Richtung zur Fehlerstelle, sondern auch die Bestätigung des Trassenverlaufs, was sich durch Farbwechsel und Richtungsänderung des Pfeils exakt am Nulldurchgang zeigt.

Abb. 3: Bildschirmansicht der dedizierten mobilen App Sonel LKZ Mobile zur einfacheren Visualisierung und Interpretation der Messergebnisse nach dem Anschluss des A-Rahmens

In der Praxis sieht der Anwender auf dem Display eine Änderung der Pfeilfarbe und -richtung (z. B. von Grün auf Rot) bei einer Verschiebung des Rahmens um nur wenige Zentimeter entlang der Kabelachse. Diese Charakteristik ermöglicht ein exaktes "Zentrieren" des Geräts direkt über dem Isolationsdefekt.

Digitale Signalverarbeitung und vollständige Messautomatisierung

Ein entscheidender Vorteil des Sonel LKR-2500 ist die moderne Signalverarbeitungsarchitektur. Die eingesetzten Algorithmen führen eine digitale Korrelation in Echtzeit durch und analysieren das Signal mit sehr hoher Zeitauflösung. In der Praxis führt dies zu einem hohen Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) (höheres SNR bedeutet bessere Qualität, klareres Signal und weniger Störungen) sowie stabilen Anzeigen selbst bei sehr niedrigen Signalpegeln. Dies eliminiert das "Schwimmen" der Messwerte und erhöht den Arbeitskomfort unter schwierigen Feldbedingungen erheblich.

Sehr wichtig: Das Gerät arbeitet vollautomatisch. Beim Betrieb mit dem LKR- oder LKD-System muss der Bediener keine Zeit mit der manuellen Einstellung der Signalverstärkung verschwenden. Diese intelligente Automatisierung sorgt für eine wesentlich niedrigere Einstiegshürde für weniger erfahrene Mitarbeiter und ermöglicht ihnen vom ersten Tag an eine fehlerfreie und effiziente Aufgabenerfüllung.

Fernsteuerung und Hardware-Optimierung mit der App Sonel LKZ Mobile

Das System wurde nach der Philosophie "richten und finden" entwickelt. Durch die vollständige Integration mit der mobilen Anwendung Sonel LKZ Mobile erhält der Anwender eindeutige Richtungsanweisungen in Form von dynamischen Pfeilen, was die Interpretation von Rohdaten überflüssig macht und Fehlerrisiken reduziert.

Das gesamte System wird ferngesteuert über ein Smartphone oder Tablet bedient. Hinsichtlich der Hardware bietet der Hersteller volle Flexibilität: Ein dediziertes Mobilgerät kann im fertigen Set erworben oder bereits vorhandene Geräte des Teams genutzt werden. Diese Vereinheitlichung reduziert die Anzahl der mitzuführenden Geräte im Feld und optimiert die Einführungskosten erheblich.

Abb. 4: Modernes System zur Erdschlussortung: Die A-Rahmen-Sonde LKR-2500 in kabelloser Kommunikation mit der intuitiven mobilen App Sonel LKZ Mobile

Die Möglichkeiten der App gehen weit über die reine Messung hinaus. Das System ermöglicht die digitale Erfassung der gesamten Trasse zusammen mit den Ergebnissen des LKR-Rahmens. An der Erdschlussstelle kann der Bediener einen präzisen Messpunkt erstellen, ergänzt durch Fotodokumentation, Sprachnotizen und genaue GPS-Koordinaten.

Der so erstellte Bericht kann sofort an die Reparaturteams übermittelt werden. Dies ist eine deutlich zuverlässigere Methode als herkömmliche Bodenmarkierungen (Farbe, Pflöcke), die durch Regen abgespült oder bei Erdarbeiten verschoben werden können. Dank der Navigationsfunktion zum gespeicherten Punkt kann das Reparaturteam selbst nach längerer Zeit exakt an dieselbe Stelle zurückkehren, die Trasse nachvollziehen und den gespeicherten Fehler als Ziel ansteuern.

Maximale Beständigkeit gegen städtische Störungen durch Datenfusion

In städtischen Umgebungen ist die Störfestigkeit von zentraler Bedeutung. Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass jede Ortungsmethode den Gesetzen der Physik und den Spezifika der jeweiligen Umgebung unterliegt. Faktoren wie extreme Bodenmineralisierung, rasche Feuchtigkeitsänderungen oder eine extrem dichte unterirdische leitfähige Infrastruktur können die Signalstabilität beeinflussen und unter spezifischen Bedingungen eine präzise Trassierung erschweren.

Das Sonel-System löst dieses Problem durch fortschrittliche Datenfusion – die Möglichkeit des gleichzeitigen Betriebs des A-Rahmens mit dem Empfänger LKD-2500. In dieser Konfiguration punktiert der Rahmen den Erdschluss anhand des Spannungsgradienten, während der Empfänger den Trassenverlauf durch Analyse der magnetischen Signalparameter verifiziert. Diese Messredundanz liefert dem Bediener zusätzliche Diagnosedaten und ermöglicht eine verlässliche Lagebeurteilung dort, wo Einzelmethoden versagen.

Dieser Ansatz ermöglicht eine wirksame Unterscheidung zwischen einem echten Isolationsfehler und Streuströmen oder Induktionen in benachbarten Anlagen. Das System erkennt sowohl schwere Kurzschlüsse als auch frühe, hochohmige Isolationsschäden im Entstehungsprozess.

Die Integration von Ortungsfunktionen ermöglicht das gleichzeitige Verfolgen der Trasse und das Bestimmen der Fehlerstelle in einem einzigen Messdurchgang. Dies erhöht die Arbeitseffizienz erheblich und verkürzt die Ausfallzeiten. 

Ergonomie, Schutzart IP67 und professionelle Felddokumentation

Auch die Ergonomie spielt eine wichtige Rolle. Die leichte, klappbare Konstruktion des Rahmens sowie die drahtlose Bluetooth-Kommunikation eliminieren die für ältere kabelgebundene Lösungen typischen Einschränkungen und erleichtern die Handhabung im Feld erheblich. Zudem gewährleistet die hohe Schutzart IP67 einen zuverlässigen Betrieb selbst unter härtesten Wetterbedingungen wie Starkregen oder Matsch.

Moderne Diagnostik bedeutet auch lückenlose Dokumentation. Das System ermöglicht das Registrieren der Ergebnisse zusammen mit GPS-Lokalisation, Fotos und Feldnotizen. Dadurch kann jede Störung präzise dokumentiert und den Serviceteams als kompletter Datensatz für Reparaturmaßnahmen übergeben werden.

Zusammenfassung: Höhere operative Effizienz und schnelle Investitionsrendite

Der Einsatz des A-Rahmens LKR-2500 bedeutet den Übergang von einer ungefähren Ortung zur punktgenauen Bestimmung der Fehlerstelle. Die Reduzierung des Aushubumfangs, die Verkürzung der Reparaturzeiten und die Erhöhung der Arbeitssicherheit sorgen dafür, dass sich die Investition in das System schnell amortisiert und messbare operative Vorteile bringt.

Zdj. 2. Praktyczne, bezpłatne szkolenie techniczne dla klientów firmy Sonel, poświęcone metodom oraz narzędziom do precyzyjnego lokalizowania tras kablowych i infrastruktury podziemnej.

Autor/-innen:
Wojciech Siergiej, Bartosz Fijałkowski - Sonel S.A.